Ein kleiner Leitfaden zur Softwarelokalisierung

grafische Schwarz-Weiß-Darstellung im Stil eines Flussdiagramms in Anspielung auf den Workflow der Softwareentwicklung

Planen Sie, Ihre Software für internationale Benutzer zugänglicher zu machen? Dieser Leitfaden führt Sie durch zehn wichtige Vorgehensweisen, die von Designüberlegungen in der Anfangsphase bis hin zu automatisierten Prüfwerkzeugen reichen.

Bei der Softwarelokalisierung wird ein Softwareprodukt angepasst, um die sprachlichen, kulturellen und technischen Anforderungen eines bestimmten ausländischen Marktes zu erfüllen. Sie umfasst zahlreiche Aspekte, von der Internationalisierung der Codebasis bis zur Entwicklung kulturspezifischer Benutzeroberflächen.

Dieser Leitfaden zur Softwarelokalisierung beschreibt die wichtigsten Best Practices. Von der Planung und Internationalisierung bis hin zum Übersetzungsmanagement und zur Qualitätssicherung - diese Grundlagen sind nützlich, egal ob Sie ein unabhängiger Entwickler, ein Lokalisierungsmanager in einem SaaS-Startup oder ein Abteilungsleiter sind, der die internationale Entwicklung managt.

Wodurch zeichnet sich der Softwarelokalisierungsprozess aus?

Bei der Softwarelokalisierung geht es im Allgemeinen darum, die Benutzeroberfläche, die Dokumentation und andere Inhalte in die Sprache des Ziellandes zu übersetzen und dafür zu sorgen, dass die Software in der Zielumgebung einwandfrei funktioniert.

Gleichzeitig werden kulturelle Unterschiede wie Datums- und Zeitformate, Währungssymbole und Farbpräferenzen berücksichtigt. Hinzu kommen technische Anpassungen wie die Unterstützung lokaler Zeichensätze und Eingabemethoden.

Der weltweite Softwaremarkt soll bis 2028 ein Volumen von 858 Milliarden US-Dollar erreichen (Statista, 2024). Da 65% der Nutzer Produkte in ihrer eigenen Sprache bevorzugen (CSA Research, 2020) und lokalisierte Software den Umsatz steigern kann, ist eine Investition ein kluger Schritt. Sie verschafft Ihrer Software einen Wettbewerbsvorteil und hilft Ihnen, engere Beziehungen zu Ihrem internationalen Kundenstamm aufzubauen.

Vorteile der Software-Lokalisierung

Die Internationalisierung Ihrer Software bietet sowohl Ihrem Unternehmen als auch Ihren Anwendern zahlreiche Vorteile und hilft Ihnen, Zeit und Geld zu sparen. Ein Hauptvorteil ist die verbesserte Benutzerfreundlichkeit: Lokalisierte Software fühlt sich für die Benutzer vertraut an und ist daher einfacher und angenehmer zu bedienen. Durch ein nahtloses und kulturell angemessenes Benutzererlebnis erhöhen Sie die Zufriedenheit und Loyalität der Anwender.

Schwarz-Weiß-Illustration eines Laptops, der auf einer Weltkarte aufgeklappt ist, als Symbol für Software-Internationalisierung oder l10n und i18n

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Steigerung des globalen Marktanteils. Durch die Lokalisierung können Sie neue Märkte erschließen und einfach ein viel größeres Publikum erreichen. Wenn Sie Ihre Anwendung in mehreren Sprachen anbieten, erhalten Sie Zugang zu bisher unerschlossenen Märkten und können Ihren Kundenstamm erweitern.

Die Einhaltung bewährter Verfahren bei der Internationalisierung und Lokalisierung kann auch dazu beitragen, den Entwicklungsprozess zu optimieren und die Markteinführungszeit zu verkürzen. Wenn Sie Ihre Software von Anfang an mit Blick auf die Lokalisierung konzipieren, vermeiden Sie kostspielige Verzögerungen und Neukodierungen im Backend. Darüber hinaus können Sie Ihre Lokalisierungskosten durch den Einsatz eines sog. Translation Memory und die Automatisierung von Arbeitsabläufen erheblich senken. Durch die Nutzung vorhandener Übersetzungen und die Minimierung des manuellen Aufwands haben Sie gute Chancen, eine höhere Rendite aus Ihren Lokalisierungsinvestitionen zu erzielen.

Schließlich erleichtert die Lokalisierung die Einhaltung lokaler Gesetze, Vorschriften und kultureller Normen. Die Anpassung von Inhalten und Benutzeroberflächentexten an lokale Anforderungen hilft Ihnen, rechtliche Probleme zu vermeiden und Ihren guten Ruf auf internationalen Märkten zu wahren.

Okay, denken Sie, das hört sich gut an. Wie weiter?

10 bewährte Verfahren für die Softwarelokalisierung

1. Lokalisierungsprozess frühzeitig planen

Eines der wichtigsten Dinge, die Sie tun können, ist, die Lokalisierung von Anfang an in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Wenn Sie Ihre Software mit Blick auf die Internationalisierung entwerfen, ersparen Sie sich und Ihrem Team später eine Menge Kopfschmerzen.

Kurz gesagt: Ihre Anwendung soll sprach- und standortunabhängig sein. Das bedeutet, dass Sie übersetzbare Inhalte von der Codebasis trennen, Unicode-Kodierung verwenden und fest kodierte Strings und verketteten Text vermeiden.

Ein paar Tipps für die Internationalisierung Ihrer Software:

  • Verwenden Sie Ressourcendateien, um übersetzbare Zeichenketten getrennt vom Code zu speichern.
  • Verwenden Sie Ressourcendateien, um übersetzbare Zeichenketten getrennt vom Code zu speichern.
  • Unterstützen Sie Unicode, um sicherzustellen, dass der Text in allen Sprachen korrekt angezeigt wird.
  • Vermeiden Sie die harte Kodierung von Text, Datums- und Zeitangaben und anderen länderspezifischen Elementen.

Eine frühzeitige Internationalisierung Ihrer Software schafft eine solide Grundlage für die Lokalisierung und macht den Prozess wesentlich reibungsloser und effizienter.

Was ist, wenn Sie bereits eine fertige Software haben und sich erst jetzt für die Lokalisierung entscheiden?

Sie können Ihre Anwendung immer noch für internationale Märkte anpassen. Identifizieren Sie zunächst alle lokalisierbaren Elemente in Ihrem Softwarepaket. Anschließend können Sie gettext, Babel for Python oder ein anderes System Ihrer Wahl verwenden, um übersetzbare Inhalte aus Ihrer Codebasis zu extrahieren, indem Sie den Quellcode analysieren, um fest codierte Zeichenfolgen und lokalisierungsspezifische Elemente zu identifizieren und zu trennen. Diese Extraktion kann eine umfangreiche Umstrukturierung des Codes erfordern, um den fest kodierten Text durch Verweise auf Ressourcendateien zu ersetzen, in denen die übersetzbaren Inhalte getrennt vom Code gespeichert sind.

2. Unicode-Kodierung verwenden

Unicode ist ein universeller Zeichencodierungsstandard, der eine Vielzahl von Sprachen und Schriften unterstützt. Die Verwendung von Unicode stellt sicher, dass Ihre Software Text in jeder Sprache verarbeiten kann, und ist sogar entscheidend, wenn Sie mehrere Sprachen verarbeiten und Zeichen in verschiedenen Schriften korrekt anzeigen möchten, ohne dass es zu Verstümmelungen oder sogenannte Tofu-Zeichen kommt.

Weitere wichtige Vorteile der Verwendung von Unicode bei der Lokalisierung von Anwendungen:

  • Unterstützung von mehr als 150 Schriften und 140.000 Zeichen
  • Ermöglichung mehrsprachiger Textverarbeitung und -darstellung
  • Verhinderung von Datenbeschädigung und -verlust während der Lokalisierung
  • Erleichterung der internationalen Software-Entwicklung und -Kollaboration

Voraussetzung für die Implementierung von Unicode ist die Verwendung eines Unicode-kompatiblen Kodierungsschemas wie UTF-8 oder UTF-16 – ein wichtiger Schritt im Prozess der Softwarelokalisierung. Außerdem müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Datenbank, Ihr Webserver und andere Komponenten Unicode unterstützen.

3. Lokalisierbare Inhalte auslagern

Die Auslagerung lokalisierbarer Inhalte bedeutet, dass der zu übersetzende Text und die Ressourcen von der Codebasis getrennt und in separaten Dateien gespeichert werden. Dies erleichtert die Aktualisierung und Verwaltung von Übersetzungen, ohne dass der Quellcode geändert werden muss.

Bei der Externalisierung lokalisierbarer Inhalte haben sich einige Verfahren bewährt:

  • Verwenden Sie Ressourcendateien, z. B. XML oder JSON, um übersetzbare Zeichenketten zu speichern.
  • Organisieren Sie die Ressourcendateien nach Sprache und Lokalisierung.
  • Verwenden Sie eindeutige Kennungen wie Schlüssel oder Tags, um auf Zeichenketten im Code zu verweisen.
  • Vermeiden Sie feste Textkodierung oder die Verkettung von Strings im Code, da dies die Übersetzung und Lokalisierung erschweren kann.

Wenn lokalisierbare Inhalte ausgelagert werden, lässt sich der Lokalisierungsprozess optimieren und das Risiko von Übersetzungsfehlern verringern.

4. Kontext für Übersetzer bereitstellen

Ich habe es schon in einigen anderen Artikeln erwähnt, aber es lohnt sich wirklich, immer wieder darauf hinzuweisen: Kontext ist wichtig. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viele Stunden ich damit verbracht habe, Lokalisierungsingenieuren hinterherzulaufen, weil sie meinem Team keinen Kontext zur Verfügung gestellt haben. Er ist aber entscheidend. Nicht nur, um korrekte und angemessene Übersetzungen zu gewährleisten, sondern auch, um falsche Freunde in der Benutzeroberfläche zu vermeiden.

Ohne Kontext können Übersetzer die Bedeutung eines Strings falsch interpretieren, die falsche Terminologie verwenden oder einfach blockiert werden, weil sie ohne Klärung nicht weiterkommen.

Ingenieure in einem Startup-Unternehmen

Es gibt einige Möglichkeiten, den Kontext für Übersetzer darzustellen:

  • Fügen Sie Screenshots oder Videos ein, um zu zeigen, wie die Software arbeitet. Einige Tools wie Phrase und Smartling haben diese Funktion integriert.
  • Fügen Sie Beschreibungen oder Kommentare hinzu, die den Zweck und die Verwendung doppeldeutiger Strings erklären. Das geht schnell und kann enorm viel Zeit und Nerven sparen.
  • Geben Sie Zeichenbeschränkungen und Formatierungsanforderungen an.
  • Verwenden Sie ein Glossar, um Schlüsselbegriffe zu definieren und Einheitlichkeit zu gewährleisten.

Die Bereitstellung eines klaren und umfassenden Kontexts ist relativ schnell und einfach zu bewerkstelligen und hilft Ihrem Lokalisierungsdienstleister, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.

5. Eine flexible Benutzeroberfläche entwerfen

Die Gestaltung einer flexiblen und anpassbaren Benutzeroberfläche ist für eine erfolgreiche Lokalisierung unerlässlich, insbesondere bei der Entwicklung mobiler Anwendungen. Verschiedene Sprachen haben unterschiedliche Textlängen und Leserichtungen, was sich auf das Layout und Design der Software auswirken kann.

Bei der Entwicklung einer lokalisierungsfreundlichen Benutzeroberfläche gibt es einige Aspekte zu beachten, damit Ihre Software in jeder Sprache korrekt aussieht und funktioniert:

Flexible Layouts: Verwenden Sie relative Größen und Positionierungen statt fester Pixelwerte. Auf diese Weise kann sich Ihre Benutzeroberfläche dynamisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen und -auflösungen anpassen und so besser an verschiedene Sprachen und Textlängen angepasst werden.

Berücksichtigen Sie Textvariationen: Die Textlänge kann von Sprache zu Sprache stark variieren. So ist deutscher Text in der Regel viel länger als englischer, während chinesischer Text kompakter sein kann. Gestalten Sie Ihre Benutzeroberfläche so, dass sich der Text ausdehnen und zusammenziehen lässt, und stellen Sie sicher, dass Schaltflächen, Menüs und Dialogfelder diese Änderungen aufnehmen können, ohne das Layout zu zerstören.

Unterstützen Sie RTL-Sprachen: Wenn Sie auf Regionen abzielen, in denen Rechts-nach-Links-Sprachen (RTL) wie Hebräisch oder Punjabi gesprochen werden, stellen Sie sicher, dass Ihre Benutzeroberfläche diese Sprachen problemlos verarbeiten kann. Dazu gehören die Spiegelung des Layouts und die Anpassung der Textausrichtung, um RTL-Benutzern ein natürliches Leseerlebnis zu bieten.

Kulturelle Sensibilität: Verwenden Sie Symbole und Bilder, die kulturell angemessen und in verschiedenen Regionen leicht verständlich sind. Einige Symbole wie der Einkaufswagen sind allgemein bekannt, andere nicht. Es ist eine gute Idee, Symbole zu recherchieren und auszuwählen, die von Ihrer Zielgruppe verstanden werden, um eine effektive Kommunikation zu gewährleisten.

6. Pseudo-Lokalisierungstests durchführen

Pseudo-Lokalisierung ist eine Prüfmethode, bei der der Lokalisierungsprozess simuliert wird, indem der Originaltext durch pseudo-übersetzte Strings ersetzt wird. Auf diese Weise können Internationalisierungsprobleme bereits in einem frühen Stadium des Entwicklungsprozesses erkannt werden, bevor mit der eigentlichen Übersetzung begonnen wird.

grafische Darstellung von unabhängigen Entwicklern bei der Arbeit

Pseudo-Lokalisierungstests sind auch nützlich, weil sie:

  • hart kodierte Strings und verketteten Text erkennen,
  • UI-Probleme wie abgeschnittenen oder überlappenden Text identifizieren,
  • sicherstellen, dass die Software mit unterschiedlichen Zeichensätzen und Textlängen umgehen kann und
  • hilft, die Folgen der Lokalisierung auf die UI und UX abzuschätzen, indem verschiedene Software-Strings berücksichtigt werden.

Um Pseudo-Lokalisierungstests durchzuführen, können Sie Tools verwenden, die automatisch pseudo-übersetzte Strings erzeugen, z. B. Zeichen mit Akzenten oder lange Texte. Anschließend können Sie die Software überprüfen, um mögliche Probleme zu erkennen und notwendige Anpassungen vorzunehmen.

7. Linguistische Tests durchführen

Linguistisches Testen ist die Überprüfung der übersetzten Software zur Sicherstellung, dass die Übersetzungen korrekt, einheitlich und kulturell angemessen sind. Dieser Schritt sollte routinemäßig erfolgen, da er entscheidend ist, um während des Übersetzungsprozesses übersehene Fehler oder Ungereimtheiten aufzudecken.

In dieser Phase konzentrieren Sie sich in der Regel auf Folgendes:

  • Überprüfung der Übersetzungen im Kontext, unter Verwendung der aktuellen Software oder von Screenshots
  • Überprüfung auf Grammatik-, Rechtschreib- und Interpunktionsfehler
  • Sicherstellen, dass die Übersetzungen dem Glossar und den Stilrichtlinien entsprechen
  • Überprüfung der Übersetzungen auf kulturelle Angemessenheit und Sensibilität

Linguistische Tests sollten von Muttersprachlern der Zielsprache durchgeführt werden, die sowohl mit der Software als auch mit dem Lokalisierungsprozess vertraut sind.

8. Translation Memory einsetzen

Ein Translation Memory (TM) ist eine Datenbank, in der bereits übersetzte Inhalte gespeichert werden, um sie für zukünftige Übersetzungen wiederzuverwenden. Die Einbindung eines TMs stellt sicher, dass die Stimme Ihrer Marke, die Terminologie und der Inhalt aufeinander abgestimmt sind, und kann sogar die Lokalisierungskosten erheblich senken. Außerdem kann es den Lokalisierungsprozess beschleunigen, was sowohl bei der Beauftragung eines Lokalisierungs- und Übersetzungsdienstes als auch bei der Arbeit mit einem internen Team von Vorteil ist.

Wenn Sie ein TM verwenden, ist es außerdem einfacher, Übersetzungen für verschiedene Teams und Projekte freizugeben und zu verwalten, als einzelne Dateien mit übersetztem Text zu versenden, zu verfolgen und zusammenzuführen.

Das TM ist in der Regel bereits in der Lokalisierungssoftware oder Übersetzungsplattform Ihrer Wahl integriert, und Sie können aus einer Vielzahl von Optionen wählen. Wenn Sie neu in die Lokalisierung einsteigen, sollten Sie ein Tool wählen, das sich in Ihren Arbeitsablauf einfügt und die Dateiformate und Sprachen unterstützt, mit denen Sie arbeiten.

9. Nicht ohne Styleguide loslegen

Die Erstellung eines stilistischen Leitfadens ist eine weitere gute Softwarelokalisierungspraxis, für die es sich lohnt, etwas Zeit zu investieren. Dieses Dokument enthält Ihre Standards für die Übersetzung und Lokalisierung von Inhalten. Vor allem für Remote-Teams kann es ein sehr nützliches Hilfsmittel für die an Ihrem Projekt beteiligten Übersetzter sein, und es ist eine weitere gute Möglichkeit, kohärente, präzise und zielgruppengerechte Texte zu gewährleisten.

Ein Styleguide für die Lokalisierung sollte mindestens Folgende Elemente enthalten:

  • Terminologie und Glossar, einschließlich bevorzugter Übersetzungen für wichtige Begriffe und Ausdrücke
  • Formatierungsrichtlinien, sowohl in Bezug auf Ihre Corporate Identity als auch auf landesspezifische Formate
  • Grammatikalische und syntaktische Regeln, z. B. Zeitformen, Satzstrukturen und Interpunktion
  • Umgangston und Markenstimme, einschließlich des gewünschten Maßes an Förmlichkeit und Persönlichkeit
  • Kulturelle Erwägungen wie Tabus, Empfindlichkeiten und lokale Gepflogenheiten
Computercode, der das Styling zeigt, für einen Artikel über bewährte Verfahren der Softwarelokalisierung

Wenn Sie an der Anpassung von Software für mehrere Sprachen arbeiten, würde ich für jede Zielsprache und jedes Gebietsschema einen solchen stilistischen Leitfaden erstellen. Geben Sie diese Leitfäden an alle Beteiligten weiter: an das Lokalisierungsteam, externe Übersetzer, Korrekturleser und Projektmanager. Die allgemeine Praxis unterscheidet sich hier nicht allzu sehr von der Erstellung von Styleguides für die Lokalisierung von Videospielen.

10. Agile Lokalisierungstools

Um auf das unter Punkt 8 erwähnte TM zurückzukommen: Lokalisierungstools sind im Allgemeinen eine große Hilfe bei der Automatisierung und Optimierung des Lokalisierungsprozesses. Es gibt viele verschiedene Arten von Tools, ganz zu schweigen von fertigen Lokalisierungsdienstleistungen, die durch die Optimierung des gesamten Prozesses Zeit und Geld sparen.

  • Übersetzungsmanagementsysteme (TMS) helfen bei der Verwaltung des gesamten Lokalisierungsprozesses.
  • CAT-Tools (Computer-Assisted Translation) bieten Translation-Memory-, Terminologiemanagement- und Qualitätssicherungsfunktionen.
  • Lokalisierungstestwerkzeuge helfen bei der Automatisierung des Test- und Qualitätssicherungsprozesses.
  • Plattformen für die kontinuierliche Lokalisierung lassen sich in Entwicklungstools integrieren und ermöglichen eine agile Lokalisierung in Echtzeit.

Heutzutage sollte niemand mehr Excel- oder .po-Dateien per E-Mail hin und her schicken. Das ist weder agil, noch skalierbar.

Natürlich müssen Sie Faktoren wie Budget, Umfang und Komplexität Ihrer Lokalisierungsprojekte sowie Ihre vorhandenen Tools und Workflows berücksichtigen.

Einige der bekanntesten Lokalisierungslösungen, die Sie in den Google-Suchergebnissen ganz oben finden, sind ausgesprochen teuer. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Selbst für kleine Unternehmen gibt es eine Vielzahl von kostengünstigen Tools, APIs und Abonnements. Wenn Sie eine Lokalisierungslösung einsetzen, sind Sie viel besser aufgestellt, um im Laufe der Zeit weitere Sprachen hinzuzufügen.

Der Einsatz von Lokalisierungstools erlaubt Ihnen also:

  • die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben wie Dateiverwaltung und Aktualisierung von Übersetzungen
  • eine zentrale Plattform für Zusammenarbeit und Kommunikation zu schaffen
  • Lokalisierung in Echtzeit und kürzere Time-to-Market
  • die Qualität und Kohärenz der Übersetzungen durch Automatisierung und Qualitätskontrollen zu verbessern

Wenn Sie sich an diese bewährten Verfahren für die Softwarelokalisierung halten, wird Ihre Software zugänglicher, kulturell relevanter und für die Benutzer besser nutzbar. Durch vorausschauende Planung, den Einsatz der richtigen Tools und Prozesse und die Pri­o­ri­sie­rung der Qualität, können Sie die Rentabilität Ihrer Investitionen in die Lokalisierung maximieren und ein stärkeres internationales Wachstum erzielen.

Avatar von Jenna Brinning

Verfasst von

Die Lokalisierungsexpertin, Autorin, Lektorin und Content-Publisherin hat ihren M.A. an der Freien Universität Berlin erworben und verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Technologie und Sprache. Als zertifizierter PSPO und PSM unterstützt Jenna gerne Start-ups und kleine Unternehmen bei der internationalen Expansion.

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