Wer ein Online-Geschäft betreibt, weiß: Die Beschränkung auf einen einzigen Markt begrenzt den Umsatz. Doch das bloße Aktivieren eines Plugins zur Website-Übersetzung genügt nicht.
Shopify wird von zahlreichen Online-Shops genutzt und bietet erfreulicherweise Lokalisierungsfunktionen, die weltweit ein nahtloses, lokales Einkaufserlebnis ermöglichen. Das gesamte Einkaufserlebnis lässt sich anpassen, von der Währung bis hin zu kulturellen Feinheiten.
Dieser Beitrag skizziert, was bei der Lokalisierung einer E-Commerce-Website zu bedenken ist, welche Tools dafür erforderlich sind und mit welchen bewährten Verfahren sich der internationale Umsatz steigern lässt.
Den Shop übersetzen
Das Herzstück der Lokalisierung ist selbstverständlich die Sprache. Das Übersetzen eines Shops umfasst jedoch weit mehr als das bloße Austauschen von Wörtern. Gefragt ist eine Kombination aus der Geschwindigkeit maschineller Übersetzungen und der Präzision menschlicher Redaktion.
Für eine effektive Shopify-Lokalisierung ist ein klarer, wiederholbarer Arbeitsablauf unerlässlich. Nur so lassen sich die Inhalte des Shops effizient übersetzen und fortlaufend pflegen.
Shopify bietet von Haus aus grundlegende Übersetzungsfunktionen. Für ein professionelles Ergebnis sollten die übersetzten Inhalte jedoch genauer geprüft werden.
Die richtigen Übersetzungswerkzeuge wählen
Im Shopify App Store stehen verschiedene Optionen zur Verfügung.
- Shopify Translate & Adapt: Mit dieser nativen Lösung können Inhalte parallel zum Originaltext bearbeitet werden. Sie ist häufig der beste Ausgangspunkt für den Einstieg in die Lokalisierung.
- Drittanbieter-Anwendungen: Werkzeuge wie Weglot oder Langify erleichtern die Pflege mehrsprachiger Inhalte und bieten in manchen Fällen bessere SEO-Kontrollen für bestimmte ausländische Märkte.
- Experten: Für besonders wichtige Seiten wie die Startseite oder den Checkout empfiehlt sich die Beauftragung eines professionellen Übersetzungsdienstes.
Mithilfe der maschinellen Übersetzungstools der Shopify-App „Translate & Adapt“ können große Textmengen, wie beispielsweise Standard-Produktbeschreibungen, relativ schnell bearbeitet werden. So bleiben die Übersetzungskosten überschaubar. Dennoch ist es riskant, sich ausschließlich auf Automatisierung zu verlassen.
Die Einbindung eines Muttersprachlers sorgt dafür, dass der Online-Shop authentischer wirkt, wenn eine neue Sprache hinzugefügt wird. Profis erkennen Fehler, die der Software entgehen, und helfen dabei, sprachliche Nuancen zu klären, die Kunden sonst verwirren könnten.
Shopify Markets und Checkout-Anpassung
Eine der größten Hürden im grenzüberschreitenden Handel entsteht am Verkaufspunkt. Wenn Käufer auf eine ihnen unbekannte Währung oder eine ihnen nicht vertraute Zahlungsmethode treffen, verlassen sie den Shop häufig ohne Kauf.

Shopify Markets ist die Antwort der Plattform auf diese Herausforderung. Damit lassen sich lokale Währungen, Domains und Sprachen über eine einzige Shopify-Konsole konfigurieren.
Lokale Währungen und Zahlungsmodalitäten
- Währung: Mithilfe einer Währungsauswahl oder Geolokalisierung werden Preise in lokalen Einheiten angezeigt. Shopify übernimmt automatische Umrechnungen auf Basis des aktuellen Wechselkurses.
- Domains: Die Zuweisung länderspezifischer Domains (z. B.
.iefür Irland) stärkt das Vertrauen und verbessert das Suchmaschinenranking. - Zahlungsoptionen: Der Checkout sollte lokale Zahlungsvorlieben unterstützen. Die Akzeptanz von z. B. iDEAL in den Niederlanden oder digitaler Geldbörsen in Asien ist oft wichtiger als Visa.

Mit Managed Markets von Shopify kann jeder Markt einzeln gesteuert werden. Diese hohe Granularität ermöglicht eine professionelle Lokalisierungskonfiguration und vermittelt internationalen Käufern das Gefühl, mit einem lokalen Unternehmen zu interagieren.
Internationales SEO und Lokalisierungsmethoden
Selbst die besten Lokalisierungs- und Übersetzungsmaßnahmen verpuffen, wenn potenzielle Kundschaft den Shop nicht finden kann. Die Suchmaschinenoptimierung ist daher für internationale Märkte unverzichtbar.
Damit Inhalte von Suchmaschinen dem jeweiligen lokalen Markt zugeordnet werden, sind klare Signale erforderlich.
Hreflang-Tags teilen Google mit, welche Sprachversion einer Seite ausgespielt werden soll. In Googles Leitfaden zur internationalen Suchmaschinenoptimierung heißt es, dass die meisten Übersetzungsanwendungen die Tags automatisch übernehmen. Eine Überprüfung im Quellcode wird dennoch empfohlen.- URL-Struktur: Unterordner (z. B.
yourstore.com/fr/) oder länderspezifische Domains werden empfohlen. Eine eigene Domain je Markt ist in der Regel das stärkste Signal für das lokale Ranking. - Keyword-Recherche: Muttersprachler helfen dabei, jene Suchbegriffe zu identifizieren, die das lokale Publikum tatsächlich verwendet. Direkte Übersetzungen verfehlen oft umgangssprachliche Begriffe. Modilingua bietet übrigens SEO-Übersetzungsdienstleistungen in Deutsch und Englisch an.
Durch die Umsetzung dieser Lokalisierungsmethoden entsteht mit jeder hinzugefügten Sprache ein neuer Kanal für organische Zugriffe.
Das Kundenerlebnis mit kulturellem Feingefühl verbessern
Bei einer effektiven eCommerce-Lokalisierung sind Übersetzung und Währungsumrechnung nur der Anfang.
Auch Inhalte, Gestaltung und Nutzererlebnis müssen angepasst werden, um lokalen Sprachen, kulturellen Normen und Kundenerwartungen gerecht zu werden.
Kurz gesagt: Alle folgenden Aspekte beeinflussen das gesamte Kundenerlebnis.
- Bildsprache: Spiegeln die Abbildungen den Zielmarkt wider?
- Größenangaben: Werden Größentabellen umgerechnet (z. B. Zentimeter in Zoll für den US-Markt)?
- Kundenservice: Steht der Support in der Zielsprache zur Verfügung? Bereits eine übersetzte FAQ-Seite oder ein KI-gestützter Chat ist ein sinnvoller Einstieg.
- Richtlinien: Entsprechen Datenschutzerklärung und Rückgabebedingungen den lokalen Gesetzen, etwa dem CCPA in Kalifornien?
All diese Punkte müssen berücksichtigt werden, um einen Online-Shop gründlich anzupassen und das Kundenvertrauen zu gewinnen. Letztlich ist es das Vertrauen, das über steigende Konversionsraten und eine profitable Expansion entscheidet.
Häufig gestellte Fragen
Wie werden Sprachen zum Shop hinzugefügt?
Rufen Sie in der Shopify-Oberfläche die Spracheinstellungen auf. Wählen Sie dort „Sprache hinzufügen” aus, bestimmen Sie die Zielsprache und überprüfen Sie, ob eine kompatible Übersetzungsanwendung oder das native Werkzeug „Shopify Translate” installiert ist.
Steigert Lokalisierung die Konversionsrate?
Ja. Studien zeigen konsistent, dass internationale Umsätze steigen, wenn in der Muttersprache und mit lokaler Währung eingekauft werden kann. Dies verringert den kognitiven Aufwand und stärkt das Vertrauen.
Was unterscheidet einfache von professioneller Lokalisierung?
Einfache Lokalisierung beschränkt sich häufig auf die automatische Textübersetzung. Professionelle Lokalisierung passt das gesamte Nutzererlebnis an, einschließlich Zahlungsoptionen, gesetzlicher Anforderungen und kultureller Besonderheiten in der Bildsprache.
Lässt sich ohne großes Budget in neue Märkte expandieren?
Ja. Der Einstieg gelingt durch die Aktivierung von Shopify Markets für eine einzige Region und den Einsatz maschineller Übersetzung. Mit wachsendem Umsatz können professionelle Fachübersetzung und Qualitätssicherung schrittweise in die Strategie integriert werden.
Eine skalierbare Shopify-Lokalisierungsstrategie ist lohnenswert
Die Lokalisierung von Shopify ist kein Schalter, den man einfach umlegen kann, sondern ein Prozess. Wenn man sich auf eine solide Lokalisierungsstrategie konzentriert, die technische Tools wie „Shopify Markets” mit kulturellem Bewusstsein kombiniert, dann ist man für den globalen Erfolg gut positioniert.
Sei es beim Eintritt in einen neuen Markt oder bei der Optimierung eines bestehenden internationalen Shops: Das Ziel besteht darin, dass sich die Kundschaft wie zu Hause fühlt. Wer mit den globalen Funktionen von Shopify beginnen möchte, sollte zunächst eine Sprache auswählen, die Konversionsrate messen und die übersetzten Inhalte schrittweise skalieren.
