POEditor vs. Poedit für die Software-Lokalisierung

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poeditor vs poedit

Trotz der verwirrend ähnlichen Namen handelt es sich um grundverschiedene Werkzeuge: Das eine ist ein bewährter Desktop-Editor, das andere eine cloudbasierte Lokalisierungsplattform. Dieser Beitrag erläutert, worin sich Poedit und POEditor unterscheiden, und hilft dabei, die richtige Wahl für die eigene Lokalisierungsstrategie zu treffen.

POEditor vs. Poedit: Software-Lokalisierungstools im Vergleich

Sind Poedit und POEditor nicht das Gleiche? Obwohl die Namen fast identisch klingen, werden diese Tools für unterschiedliche Zwecke bei der Übersetzung und Lokalisierung eingesetzt.

Wer als Solo-Entwickler ein einzelnes WordPress-Theme übersetzt, kommt mit dem klassischen Desktop-Editor gut zurecht. Sobald die Software-Lokalisierung jedoch für ein wachsendes Team mit Automatisierung und verschiedenartigen Dateiformaten koordiniert werden muss, ist ein durchdachtes Translation-Management-System erforderlich.

Der folgende Vergleich schafft Klarheit.

Der klassische Editor: Poedit

Poedit ist ein plattformübergreifender Desktop-Editor, der speziell für Gettext-Dateien (.po) entwickelt wurde und seit Jahren ein fester Bestandteil der WordPress-Übersetzung ist. Ich habe es sogar genutzt, als ich bei Tumblr die erste fremdsprachige Benutzeroberfläche eingeführt habe. Die Bedienung ist unkompliziert: Datei laden, Strings übersetzen, speichern.

PO-Dateien und Translation Memories werden in Poedit lokal verwaltet. Zwar wurden im Laufe der Zeit einige Online-Funktionen wie Echtzeit-Vorschläge ergänzt, dennoch bleibt Poedit im Kern ein Werkzeug für Einzelpersonen, die direkt mit Dateien arbeiten. Für schnelle Korrekturen ist es nach wie vor eine solide Wahl. Für kollaborative und kontinuierliche Lokalisierungsprojekte fehlen ihm jedoch die nötigen Funktionen.

Die Cloud-Lösung: POEditor

POEditor ist eine umfassende Online-Lokalisierungsplattform mit CAT-ähnlichen Funktionen. Sie verbindet die Vorteile eines Editors mit einer kollaborativen Verwaltungsoberfläche und deckt dabei den gesamten Lokalisierungsprozess ab.

m Gegensatz zu Poedit auf dem Desktop zentralisiert POEditor.com alle mehrsprachigen Inhalte an einem Ort. Das Spektrum unterstützter Dateiformate geht dabei weit über .po hinaus und umfasst unter anderem Rise 360 XLIFF, Flutter ARB, Java Properties, JSON, YAML, XLF, XLS und iOS Strings.

Hauptfunktionen

Der größte Vorteil einer Online-Lokalisierungsplattform ist die Zeitersparnis durch Automatisierung.

  • Versionskontrolle: Dank nahtloser Integration mit GitHub, Bitbucket und GitLab werden neue Begriffe automatisch synchronisiert.
  • API und Webhooks: Über die POEditor-API und Webhooks lassen sich Übersetzungsaufträge und Dateiaktualisierungen programmatisch steuern.
  • Kollaboration: Übersetzer können einzelnen Sprachen zugewiesen werden, während alle Beteiligten jederzeit informiert bleiben.

Den Lokalisierungsprozess optimieren

Die Steuerung der Lokalisierung über eine Plattform wie POEditor ist übersichtlich: In der Benutzeroberfläche wird ein vollständiger Änderungsverlauf angezeigt, sodass keine Bearbeitung verloren geht.

poeditor funktionalität

Gerade bei Websites und Spielen muss die Lokalisierungsstrategie mit der Entwicklung Schritt halten. POEditor überzeugt in diesem Bereich durch konsequente Automatisierung. Eine Flutter-App oder WordPress-Website lässt sich lokalisieren, indem die Plattform direkt mit dem Repository verbunden wird. Sobald Entwickler Code pushen, erscheinen die neuen Strings automatisch im Projekt und stehen für eine menschliche Überprüfung oder MT/KI gestützte Übersetzungen bereit.

Die Translation-Memory-Funktion recycelt bereits abgenommene Übersetzungen, sodass identische Phrasen kein zweites Mal übersetzt werden müssen. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern sorgt auch für sprachliche Konsistenz über alle mehrsprachigen Inhalte hinweg.

Das richtige Translation-Management-System wählen

Poedit ist ideal für alle, die gelegentlich eine .po -Datei bearbeiten oder eine WordPress-Plugin- oder App-Oberfläche lokalisieren müssen. Das Tool gehört in jedes i18n-Toolkit. Für größere Lokalisierungsprojekte empfiehlt sich hingegen eine Plattform, die individuelle Workflows und Integrationen unterstützt.

POEditor bietet zum Einstieg ein kostenloses Konto, das einen risikofreien Test der Plattform ermöglicht. Durch die Zentralisierung von Lokalisierungsprojekten werden unübersichtliche Dateistrukturen in einen geordneten Ablauf verwandelt – selbst für kleine Teams oder Einzelübersetzer.

Avatar von Jenna Brinning

Verfasst von

Die Lokalisierungsexpertin, Autorin, Lektorin und Content-Strategin hat ihren M.A. an der Freien Universität Berlin erworben und verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Technologie und Sprache. Als zertifizierter PSPO und PSM unterstützt Jenna gerne Start-ups und kleine Unternehmen bei der internationalen Expansion.

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